Nachschlag für T-Online-Aktionäre
Die Deutsche Telekom muss einem Gerichtsurteil zufolge den Aktionären ihrer Ex-Tochter T-Online insgesamt rund 200 Millionen Euro überweisen. Am Mittwoch entschied das Oberlandesgericht Frankfurt, dass den einstigen T-Online-Gesellschaftern wegen der Verschmelzung mit der Telekom eine Zuzahlung von 1,15 Euro je Aktie in bar plus Zinsen zustehe. Damit wurde die zuvor vom Landgericht Frankfurt errechnete Summe bestätigt.
Elf „Al-Qaida-Anführer” im Irak gefasst
Die irakische Polizei hat nach ihren Angaben im Norden des Landes elf Top-Terroristen der al-Qaida festgenommen. Wie aus Polizeikreisen verlautete, wurden die meisten von ihnen am Mittwoch in und um Mossul gefasst. Die Stadt liegt rund 400 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bagdad. Die Festnahmen erfolgten nach Hinweisen von bereits festgenommenen Aufständischen. Bei einer Serie von Bombenanschlägen in Bagdad wurden unterdessen nach Militärangaben ein Zivilist getötet und 21 verletzt.
14 Dollar Gebühr für US-Einreise
USA-Reisen werden teurer: Seit Mittwoch müssen Touristen für die die Einreisegenehmigung (ESTA) 14 Dollar (rund 11 Euro) zahlen. Die EU kritisierte die Erhebung einer solchen Gebühr. „Wir bedauern die Gebühr sehr”, sagte der Sprecher der für innere Sicherheit zuständigen EU-Kommissarin Cecilia Malmström in Brüssel. Die Regelung sei unvereinbar mit der Verpflichtung der USA zur Erhöhung der transatlantischen Mobilität.
Audi sahnt weltweit ab
Über ein weltweites Absatzplus kann sich Audi im August dieses Jahres freuen. Die Ingolstädter lieferten 80 300 Einheiten aus und übertrafen damit das Ergebnis des Vorjahresmonats um 22,1 Prozent. Auch in Deutschland hat Audi als einer der wenigen Hersteller einen Zuwachs erreicht: 15 394 ausgelieferte Fahrzeuge entsprechen einem Plus von 9,2 Prozent. In China legten die Bayern um 67,5 Prozent auf 22 358 Einheiten zu, in den USA kletterte der Absatz um 14 Prozent auf 9182 Einheiten.
Sarkozy bleibt bei Rentenreform hart
Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hält ungeachtet der landesweiten Proteste am Kern seiner Rentenreform fest. An der geplanten Erhöhung des Renteneintrittsalters von 60 auf 62 Jahre werde sich nichts ändern, erklärte der Präsident. Er habe die Regierung aber beauftragt, einzelne Änderungen zu prüfen. Das betreffe vor allem Arbeitnehmer, die durch einen frühen Berufseinstieg sehr viele Arbeitsjahre hätten, und solche mit besonders schweren Tätigkeiten.
Musikmesse Popkomm in Berlin gestartet
Kleiner, bescheidener, bodenständiger: Die Musikmesse Popkomm hat sich nach einjähriger Zwangspause in Berlin zurückgemeldet. Passend zur Krise in der Musikbranche gab es zum Neustart kein effektvolles Großkonzert, sondern handgemachte Straßenmusik. Der Sänger Samuel Harfst aus dem hessischen Gießen begann am Vormittag mit dem „längsten Straßenkonzert der Welt” einen Weltrekordversuch vor dem neuen Messestandort am stillgelegten Flughafen Tempelhof.
Bombenanschläge in Bagdad – 6 Tote
Bei zwei Bombenanschlägen sind in Bagdad mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Ein in einem Auto versteckter Sprengsatz explodierte in der Nähe einer Bushaltestelle im Süden der Stadt. Dabei wurden drei Polizisten und ein Zivilist getötet. Eine zweite Bombe, deren Ziel offenbar Polizei- und Rettungskräfte waren, detonierte etliche Minuten später. Dabei wurde nach Behördenangaben jedoch niemand getötet. Über die Zahl der Verletzten war zunächst nichts bekannt. Bei einem weiteren Bombenanschlag im Osten Bagdads kamen zwei Menschen ums Leben, als an einer Bushaltestelle zwei Sprengsätze gleichzeitig explodierten. Zwölf Personen wurden dabei verletzt.
Loveparade beschäftigt Rechtsausschuss
Im Düsseldorfer Landtag hat am Mittwoch eine Rechtsausschusssitzung begonnen, die sich unter anderem mit dem tragischen Unglück auf der Loveparade befassen wird. Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) will auf der Sitzung über die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bericht erstatten.
Öl-Katastrophe: BP räumt Fehler ein
Der BP-Konzern hat menschliche und technische Fehler als Ursache für die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko eingeräumt. Unter anderem hätten BP-Ingenieure die Ergebnisse eines Drucktests falsch bewertet, hieß es in einer Untersuchung, die das Unternehmen in London vorstellte. Allerdings müssten auch andere Firmen, die an der Ölförderung auf der explodierten Plattform „Deepwater Horizon” des Betreibers Transocean beteiligt waren, Verantwortung tragen. Die „Deepwater Horizon” war am 20. April explodiert und anschließend gesunken. Das Unglück hatte elf Menschen in den Tod gerissen. Bis zum Verschluss des Öllecks Mitte Juli waren mehr als 666 000 Tonnen Öl in den Golf von Mexiko geflossen. „Wir haben von Anfang an gesagt, dass mehrere Beteiligte Verantwortung für die Explosion auf der Deepwater Horizon tragen”, sagte der künftige BP-Chef Bob Dudley. Derzeit laufen mehrere Untersuchungen des Unglücks, unter anderem in den USA. Für BP hat sich die Ölkatastrophe auch zum wirtschaftlichen Desaster entwickelt. Es wird erwartet, dass noch zahlreiche Schadenersatzklagen folgen werden.
Freispruch im Vergewaltigungs-Prozess
Der wiederaufgerollte Prozess um die angebliche Vergewaltigung einer 15-Jährigen durch ihren Vater und einen Bekannten hat vor dem Landgericht Lüneburg mit einem Freispruch für die Angeklagten geendet. Die Männer aus der Nähe von Hannover saßen jahrelang in Haft, nachdem die junge Frau die beiden beschuldigt hatte, sie im Jahre 2001 missbraucht zu haben. Dann tauchten erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit des vermeintlichen Opfers auf, das Verfahren wurde wieder aufgenommen. Auch die Staatsanwaltschaft forderte schließlich einen Freispruch und Haftentschädigung. Die Männer waren im Mai 2004 vom Landgericht Hannover verurteilt worden. Das Urteil wurde in Lüneburg aufgehoben. Jetzt könnten auf die Landeskasse Zahlungen in Millionenhöhe zukommen. Der Vorsitzende Richter Axel Knaack sprach von einem „Verfahren mit letztlich verheerender Bilanz, in dem es nur Verlierer gibt”. In Hannover hätte ein Freispruch erfolgen müssen: „Nach heutigem Kenntnisstand hätte nicht einmal Anklage erhoben werden dürfen”, sagte Knaack.
Marokko: Tote bei Busunglück
Bei einem Busunglück im Norden von Marokko sind mindestens sieben portugiesische Urlauber ums Leben gekommen. 13 weitere Insassen des Busses wurden verletzt. Der Unfall ereignete sich an der Grenze zur spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta. Nach Medienberichten war der Bus auf regennasser Fahrbahn ins Schleudern gekommen und umgestürzt. Das Fahrzeug hatte 44 portugiesische Urlauber an Bord, die mit einem Kreuzfahrtschiff nach Ceuta gekommen waren. Von der spanischen Exklave aus wollten sie mit dem Bus einen Ausflug nach Marokko unternehmen.
Wulff: Staatsbesuch in der Schweiz
Bundespräsident Christian Wulff hat seinen Staatsbesuch in der Schweiz begonnen. Das Staatsoberhaupt wurde bei regnerischem Wetter auf dem Züricher Flughafen von seiner Schweizer Amtskollegin Doris Leuthard begrüßt. Die zweitägige Visite ist der erste Staatsbesuch Wulffs seit seinem Amtsantritt im Juli. Der Termin war noch von seinem Vorgänger Horst Köhler vereinbart worden, der Ende Mai überraschend zurückgetreten war. Zuletzt hatte der frühere Bundespräsident Johannes Rau im Jahr 2000 der Schweiz einen offiziellen Besuch abgestattet. Wulff will mit seiner Visite das zuletzt durch den Streit um deutsche Steuerflüchtlinge belastete Verhältnis zur Schweiz pflegen. Im Mittelpunkt der Reise stehen die Themen Bildung, Innovation und Technologie. Am Rande des Treffens werden vermutlich aber auch die strittigen Fragen des geplanten Steuerabkommens und des Umgangs mit gestohlenen Finanzdaten sowie die Lärmbelästigung in der baden-württembergischen Grenzregion durch den Züricher Flughafen zur Sprache kommen.
Kabinett kippt Maut-Erhöhung
Das Bundeskabinett hat die Erhöhung der Lkw-Maut gekippt. Das bestätigte ein Sprecher des Verkehrsministeriums. Ursprünglich hätte die Maut per 1. Januar 2011 um zwei Cent pro Kilometer steigen sollen. Das hätte bei einem Dreiachser 21 statt 19 Cent bedeutet, bei einem Vierachser 22,4 statt 20,4 Cent. Das waren noch Beschlüsse der großen Koalition. Hintergrund ist laut Sprecher, dass im Koalitionsvertrag von 2009 ein Belastungs-Moratorium beschlossen worden sei. Der Beschluss muss noch durch den Bundestag.
Asteroiden rasen an Erde vorbei
Zwei Asteroiden sollen heute und am Donnerstag an der Erde vorbeifliegen. Die metergroßen Himmelobjekte kommen unserer Erde näher, als der Mond, wie die US-Weltraumbehörde NASA in Washington mitteilte. Keiner der beiden werde aber die Erde treffen. Schon durchschnittliche Amateur-Teleskope sollen ausreichen, um die Asteroiden am Himmel zu erspähen. Ein Teleskop im US-Bundesstaat Arizona hatte die Flugkörper am Sonntag entdeckt. Der erste, Asteroid 2010 RX30, misst nach Angaben der NASA 10 bis 20 Meter im Durchmesser und soll heute in einer Entfernung von 248 000 Kilometern an der Erde vorbeischnellen. Näher heran kommt Asteroid 2010 RF12 in der Nacht zum Donnerstag: Er ist 6 bis 14 Meter groß und sollte um 00.12 Uhr in einer Distanz von nur 79 000 Kilometern vorbeifliegen.
Suche nach Mirco geht weiter
Auch am fünften Tag nach seinem Verschwinden geht die Suche nach dem zehn Jahre alten Mirco am Niederrhein weiter. Heute machten sich erneut rund 1000 Einsatzkräfte auf, um in dem ländlichen Gebiet nördlich von Grefrath bis zur Autobahn 40 jeden Winkel nach dem Jungen zu durchsuchen. Auch Suchhunde wurden wieder eingesetzt, wie eine Polizeisprecherin sagte. Die Ermittler gehen davon aus, dass Mirco Opfer eines Verbrechens wurde. Am Dienstag wurden bis zum Einbruch der Dämmerung einige Gegenstände gefunden: „Kleidung, Messer, Tonnen, alter Krempel, den die Leute so wegwerfen”, sagte die Sprecherin. Es werde untersucht, ob die Sachen mit dem Verschwinden des Jungen in Verbindung stehen könnten. Bisher seien rund 200 Hinweise bei der Polizei eingegangen. Nach wie vor fehle jedoch der entscheidende Hinweis auf den Typ des dunklen Wagens, der am Freitagabend am Ortsausgang von Grefrath an einem Feldrand geparkt war. Zeugen hatten das Auto genau an der Stelle gesehen, an der später Mircos Fahrrad entdeckt wurde.
EU-Gericht kippt Glücksspiel-Monopol
Das deutsche Monopol für Sportwetten und Glücksspiele ist nicht mit dem EU-Recht vereinbar. Dies hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg entschieden. Die deutsche Regelung begrenze die Glücksspiele, auch Sportwetten, nicht „in kohärenter und systematischer Weise”. Sie verstoße damit gegen die Niederlassungs- und Dienstleistungsfreiheit in der EU.
Mammutprozess wegen Kinderpornos
Einer der bundesweit größten Prozesse um Kinderpornografie hat in Darmstadt begonnen. Vor dem Landgericht angeklagt sind neun Männer. Ihnen wird vorgeworfen, als Mitglieder eines internationalen Rings über Jahre hinweg große Mengen von Bildern und Videos ausgetauscht zu haben, die den sexuellen Missbrauch von Kindern zeigen. Dafür hatten sie im Internet eigens Treffpunkte eingerichtet, zu denen nur ganz bestimmte Nutzer Zugang hatten. Die Gruppe flog bei einer Razzia im vergangenen Jahr auf. Dabei wurden über 100 000 Dateien entdeckt. Bis Mitte Dezember sind fast zwei Dutzend Verhandlungstage geplant.
Mertesacker erleidet Augenhöhlenbruch
Schock für Fußball-Nationalspieler Per Mertesacker. Der Bremer Innenverteidiger erlitt beim 6:1 (3:0) der deutschen Nationalmannschaft im EM-Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan am Dienstagabend in Köln einen Bruch des Augenhöhlenbodens und eine Platzwunde unter dem linken Auge. Dies gab der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Donnerstagmorgen bekannt. Der 25 Jahre alte Abwehrspieler des SV Werder fällt voraussichtlich für das Bundesliga Schlagerspiel seines Klubs am Samstag bei Bayern München, möglicherweise auch längerfristig, aus. Die Fraktur wurde bei einer Röntgenaufnahme bei dem 71-maligen Nationalspieler, der nach einem Zusammenprall bereits in der elften Minute ausgewechselt werden musste, am späten Dienstagabend in einem Kölner Krankenhaus diagnostiziert. Eine Operation ist nach der Diagnose der Ärzte nicht notwendig. Mertesacker fuhr noch in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wie geplant nach Bremen zurück.
Flieger nach Bombendrohung evakuiert
Nach einem Bombenalarm ist eine thailändische Passagiermaschine mit etwa 200 Menschen an Bord in Los Angeles evakuiert worden. Das Flugzeug sei in einen abgelegenen Teil des Flughafens gebracht worden und werde derzeit durchsucht, sagte eine Sprecherin des FBI. Die Passagiere und die Crewmitglieder würden befragt. Demnach wurde während des Flugs von Bangkok nach Los Angeles eine Botschaft in einer Toilette entdeckt, in der vor einer Bombe an Bord gewarnt wurde. Eine Sprecherin der Flughafenpolizei von Los Angeles sagte, die Behörde sei etwa anderthalb Stunden vor der Landung der Maschine der Thai Airways über die Bombendrohung informiert worden. Das Flugzeug sei planmäßig um 20.45 Uhr (Ortszeit, 6.45 Uhr MESZ) gelandet, die Feuerwehr habe mit 18 Fahrzeugen bereit gestanden.
Pakistan: Tote bei Raketenangriff
Bei einem vermutlich von den USA ausgeführten Raketenangriff im Nordwesten Pakistans nahe der Grenze zu Afghanistan sind nach Geheimdienstinformationen vier militante Islamisten getötet worden. Ziel des Angriffs war ein Haus in der Ortschaft Dande Darpa Khel in der Region Nord-Waziristan. Das Gebiet gilt als Hochburg von Hafiz Gul Bahadur, einem Anführer der Islamisten, der sich auf Angriffe auf die NATO-Streitkräfte in Afghanistan konzentriert hat. Die USA äußern sich nie zu den Angriffen mit ferngesteuerten Drohnen.