Anklage gegen mutmaßliche Spione
Die Bundesanwaltschaft hat vor dem Kammergericht in Berlin Anklage gegen zwei mutmaßliche libysche Spione erhoben. Den Männern wird vorgeworfen, für den Geheimdienst ihres Heimatstaates planmäßig Oppositionelle in Deutschland ausgeforscht zu haben. Die beiden wurden am 13. Mai dieses Jahres in Berlin festgenommen und befinden sich in Untersuchungshaft.
Piraten greifen deutsches Schiff an
Auf das Containerschiff Magelan Star der Dortmunder Unternehmensgruppe Dr. Peters haben Piraten im Golf von Aden einen Angriff verübt. Der Überfall aus einem Schnellboot heraus habe sich am Mittwochnachmittag ereignet, sagte ein Unternehmenssprecher. Schiff und Mannschaft seien inzwischen wieder frei. Dem Handelsschiff sind vermutlich Kriegsschiffe der internationalen Anti-Piraten-Koalition zu Hilfe gekommen. Nach Angaben des Sprechers waren Piraten bereits an Bord des Schiffes. Die Crew hatte sich jedoch verbarrikadieren können und sei nicht in die Gewalt der Seeräuber geraten. Am selben Tag hatte es nach Angaben der EU-Anti-Piraten Mission (EUNAVFOR) einen weiteren Piratenangriff im Golf von Aden gegeben. Die Seeräuber griffen das unter maltesischer Flagge fahrende Schiff Olig B mit drei Türken und 15 Georgiern an Bord an. Das US-Kriegsschiff Princeton habe einen Hubschrauber zu dem Schiff geschickt, sagte eine Sprecherin von EUNAVFOR am Donnerstag in London.
Botox-Boom in Deutschland
Immer mehr Frauen und Männer lassen sich die Falten aus ihrem Gesicht entfernen. Im vergangenen Jahr sei die Zahl der Faltenbehandlungen mit Botox und Füllsubstanzen um 50 Prozent rasant auf fast 146 000 gestiegen, teilte die Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland e.V. (GÄCD) in Düsseldorf mit. Im Jahr 2008 wurden noch knapp 100 000 kosmetische Operationen gezählt. „Die beliebtesten Eingriffe sind die kostengünstigsten”, sagte GÄCD-Generalsekretär Matthias Gensior der dpa. Nach der Wirtschaftskrise leisteten sich Patienten eher die billigeren Botox- und Laser-Behandlungen, die einen ebenso sichtbaren Effekt hätten wie teure Operationen. Während Frauen beim Faltenglätten am häufigsten auf die Botox- Spritze setzen, lassen sich Männer lieber mit dem Laser behandeln. Bei Frauen wurden mehr als 130 000 Mal Botox und andere Substanzen unter die Haut gespritzt, bei Männern waren es nur 14 000 Mal.
Russland: Tote bei Anschlag
Bei einem Selbstmordanschlag mutmaßlicher Islamisten auf einen belebten Markt in der russischen Großstadt Wladikawkas im Nordkaukasus sind mindestens zwölf Menschen getötet worden. Etwa 80 weitere seien bei dem Attentat verletzt worden, als eine Autobombe mit einer Sprengkraft von zehn Kilogramm TNT explodierte. Das teilte das Innenministerium der Teilrepublik Nordossetien nach Angaben der Agentur Interfax mit. Im nordossetischen Beslan hatten vor sechs Jahren Islamisten den bisher schwersten Anschlag in Russland verübt. Damals starben mehr als 330 Menschen, darunter 168 Kinder. Die Region im Konfliktgebiet Nordkaukasus galt zuletzt als vergleichsweise ruhig.
EU-Gericht: Flugverbot rechtens
Nächtliche Flugbeschränkungen deutscher Behörden für den Flughafen Zürich widersprechen nicht dem EU-Recht. Dies hat das EU-Gericht erster Instanz in Luxemburg entschieden. Es wies eine Klage der schweizerischen Regierung gegen die EU-Kommission ab. Deutschland hatte 2003 angeordnet, dass Flugzeuge im Anflug auf Zürich nachts nicht mehr über deutsches Gebiet fliegen dürfen. Die Schweiz sah darin einen Verstoß gegen ein Luftverkehrsabkommen zwischen Bern und der Europäischen Union. Das Gericht entschied, die deutschen Maßnahmen seien angemessen und widersprächen nicht dem Luftverkehrsabkommen.
25 Kilo Kokain in Deorollern geschmuggelt
Versteckt in rund 800 Deorollern hat ein Mann 25 Kilo Kokain nach Frankfurt geschmuggelt. Zwei Rauschgiftspürhunde am Flughafen erschnüffelten die Droge, die der Nigerianer auf fünf Koffer verteilt hatte. Den Marktwert des hochreinen Kokains bezifferte der Zoll auf rund 1,25 Millionen Euro. Der 41 Jahre alte Schmuggler war aus Caracas in Venezuela über Frankfurt nach Nigeria unterwegs und hatte zuvor die Koffer aufgegeben. In jedem der funktionstüchtigen Deoroller hatte er 30 Gramm Kokain untergebracht. „Erst nach Entfernen des Rollkopfes und der Flüssigkeit war das Kokain als Kugel in Plastik eingewickelt zu erkennen”, sagte eine Sprecherin des Zollfahndungsamts. Der Schmuggler war bereits am vergangenen Samstag erwischt worden und sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Insgesamt 400 Kilogramm Kokain und 600 Kilo andere Drogen haben die Fahnder im vergangenen Jahr am Frankfurter Flughafen entdeckt.
Biel: Polizist angeschossen
Ein bewaffneter Mann hat einen Polizisten in der Schweiz angeschossen und schwer verletzt. Der Mann halte sich seit Mittwoch in einem Haus in Biel verschanzt, wie die Kantonspolizei Bern mitteilte. Der 67-jährige habe mehrere Schüsse abgegeben. Das Haus ist weiterhin umstellt. Zuvor habe ein Gericht entschieden, dass das Haus, in dem der Mann lebt, versteigert werden soll. Am Mittwochnachmittag hätte ein Besichtigungstermin stattfinden sollen. Nachdem verschiedene Behörden versucht hätten, mit dem Mann in Kontakt zu treten, griff die Polizei am Mittwochmorgen ein, wobei sich der Mann verbarrikadierte. Der Tatort nahe der Bieler Innenstadt wurde abgesperrt, etwa 40 Personen wurden in Sicherheit gebracht.
Discounter: Weitere Preissenkungen
Die Lebensmittel-Discounter in Deutschland haben die achte Welle von Preissenkungen in diesem Jahr eingeläutet. Bei den Billig-Supermarktketten werden unter anderem Fisch aus der Tiefkühltruhe billiger sowie Schokolade und Kekse, wie aus Mitteilungen von Marktführer Aldi und dem Konkurrenten Penny hervorgeht. Auch Tiefkühl-Obst, Joghurt, Konfitüre und Wein wurden demnach teils günstiger. Unter den Billig-Supermärkten gibt es seit vergangenem Jahr einen Preiskrieg: Fast monatlich senken sie im Kampf um Marktanteile die Preise. Da die Beschaffungskosten für Lebensmittel in der Finanz- und Wirtschaftskrise sanken, versuchen die Unternehmen, durch günstigere Preise für ihre Produkte neue Kunden zu gewinnen. In der Regel werden Preisrunden von Marktführer Aldi eingeläutet, der Rest der Branche zieht nach. Im vergangenen Jahr gab es insgesamt zwölf Rabattwellen.
Benefiz-Song für Loveparade-Opfer
Internationale Star-DJs haben für die Verletzten und Angehörigen der Opfer des Loveparade-Unglücks in Duisburg einen Benefiz-Song aufgenommen. „Der Track mit dem Titel „Remember Love” soll an den Spirit der alten Loveparade erinnern und die Leute, die so viel Leid erfahren mussten, unterstützen”, sagte DJ Paul van Dyk. Der Berliner Künstler hat den Song zusammen mit seinen DJ-Kollegen Paul Oakenfold und Armin van Buuren produziert. Das Stück wird am Freitag veröffentlicht und kann im Internet kostenpflichtig heruntergeladen werden. Den gesamten Erlös erhält nach Angaben von van Dyk die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Nordrhein-Westfalen, um den Leidtragenden zu helfen. Bei einer Massenpanik waren am 24. Juli in Duisburg 21 Menschen ums Leben gekommen, Hunderte wurden verletzt.
Gegen Friedhofsmauer gerast: drei Tote
An einer Friedhofsmauer ist das Leben dreier Männer am frühen Morgen in Baden-Württemberg zu Ende gegangen. Ein vierter wurde lebensgefährlich verletzt. Die Männer waren nach Polizeiangaben mit ihrem Auto auf einer Bundesstraße durch Epfendorf gerast. Im Ort verlor der Fahrer die Kontrolle über den Wagen. Das Auto kam nach rechts von der Straße ab und prallte mit hoher Geschwindigkeit gegen die Mauer des Friedhofs. Nähere Angaben machte die Polizei zunächst nicht.
Indien: Viele Tote bei Busunglück
Bei einem Busunglück in Zentralindien sind mindestens 17 Menschen ums Leben gekommen. Weil zahlreiche Passagiere zunächst nicht aufzufinden waren, befürchtete die Polizei nach Angaben rund 35 weitere Opfer. Der Reisebus war beim Überqueren einer durch Hochwasser überschwemmten Brücke in einen Fluss gestürzt. Rettungskräfte suchten im Wasser nach möglichen weiteren Todesopfern. Die genaue Zahl der Passagiere war nicht bekannt. „Es könnten zwischen 70 und 80 gewesen sein”, sagte ein örtlicher Polizeibeamter. 25 Verletzte seien in Krankenhäuser gebracht worden. Der Unfall ereignete sich am Fluss Bagdi im Bundesstaat Madhya Pradesh, etwa hundert Kilometer von der Regionalhauptstadt Bhopal entfernt.
Pakistan: Tote bei Anschlag
Bei einem Bombenanschlag im Nordwesten Pakistans sind nach offiziellen Angaben zehn Menschen getötet und vier weitere verletzt worden. Der am Straßenrand platzierte Sprengsatz sei ferngesteuert zur Explosion gebracht worden, als ein Kleinbus vorbeigefahren sei, sagte ein Vertreter der Provinzregierung der Nachrichtenagentur Reuters. Der Vorfall ereignete sich demnach in der Paschtunen-Region Kurram an der afghanischen Grenze. Die Gegend gilt als Rückzugsgebiet radikal-islamischer Extremisten.
Bodyguard verklagt Britney Spears
Neuer Ärger für Britney Spears: Ein ehemaliger Leibwächter hat sie wegen „wiederholter unerwünschter sexueller Avancen„ verklagt. Fernando Flores reichte seine Klageschrift am Mittwoch bei einem Gericht in Los Angeles ein. Daraus ging nicht hervor, wieviel Geld er von der Popsängerin und seinem ebenfalls verklagten Arbeitgeber Advanced Security Concepts fordert. In der Klage heißt es, die 28-Jährige habe ihn unter anderem in ihr Schlafzimmer gerufen und sich ihm nackt gezeigt. Zudem habe sie ihn vor einem Kino beschimpft und er habe gesehen, wie sie sich unangemessen vor ihren Kindern verhalten habe. Einmal habe sie sich von ihm einen Gürtel geliehen, um die beiden Jungen zu disziplinieren.
Castro: Kubas System funktioniert nicht
Revolutionsführer Fidel Castro hat laut einem US-Medienbericht erstmals eingestanden, dass das politische System in Kuba nicht richtig funktioniert. In einem jetzt veröffentlichten Interview des US-Magazins „The Atlantic” kritisierte er gleichzeitig den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad für dessen Holocaust-Leugnung. „Das kubanische Modell funktioniert nicht einmal mehr für uns”, sagte der 84-Jährige Castro dem amerikanischen Journalisten Jeffrey Goldberg, der gefragt hatte, ob das kubanische System noch immer exportwürdig sei. Goldberg war von der Regierung zu dem Interview mit Castro nach Havanna eingeladen worden war. Der US-Journalist hatte die Kuba-Kennerin Julia Sweig gebeten, an dem Gespräch mit Castro teilzunehmen, um bei der Analyse der Antworten zu helfen. Sweig sagte, Castro habe mit seiner Äußerung nicht die Revolution zurückgewiesen. „Für mich war es die Feststellung, dass im kubanischen System der Staat eine zu große Rolle im Wirtschaftsleben einnimmt”, erklärte sie.
Mexiko: Bürgermeister ermordet
Im Norden Mexikos ist erneut ein Bürgermeister ermordet worden. Wie die Regierung des Bundesstaates San Luis Potosí weiter mitteilte, drangen Unbekannte am helllichten Tag in den Amtssitz des Stadtoberhauptes von El Naranjo ein. Ohne ein Wort zu sagen, hätten sie im Beisein anderer Besucher Bürgermeister Alexander López erschossen. Der 35-jährige Politiker gehörte der oppositionellen Partei der Institutionellen Revolution (PRI) an und war im Oktober vergangenen Jahres gewählt worden. Die Täter entkamen. Über die Hintergründe der Tat gab es zunächst keine weiteren Informationen. In weniger als einem Monat sind damit bereits drei Bürgermeister in Mexiko ermordet worden. Am 18. August wurde das Oberhaupt der Stadt Santiago im Bundesstaat Nuevo Leon tot aufgefunden. Er war zwei Tage zuvor entführt worden. Und am 29. August wurde der Bürgermeister von Hidalgo im Staat Tamaulipas Opfer einer tödlichen Attacke.
Buschbrände in Colorado
Bei Buschbränden im US-Staat Colorado sind 136 Häuser ein Raub der Flammen geworden. Nach Angaben der Behörden wurden westlich der Stadt Boulder vier Menschen vermisst, die ihr Leben riskierten, um ihre Häuser zu retten. Rund 3500 Menschen wurden aus rund 1000 gefährdeten Häusern evakuiert. Die Brände brachen am Montag aus. Der Schaden übertrifft bereits den des bisher folgenschwersten Buschbrandes in der Geschichte Colorados: 2002 verbrannten 133 Häuser.
Feuer auf Ölbohrplattform
Nach einem Feuer ist eine Ölbohrplattform vor der Südküste Argentiniens evakuiert worden. Das Personal habe die Anlage der chilenischen Firma Sipetrol in Rettungsbooten verlassen, nachdem der Brand nicht habe gelöscht werden können, teilte die argentinische Marine am Mittwoch mit. Die Ölarbeiter seien dann von einem argentinischen Schiff aufgefischt worden. Anzeichen für ein Austreten von Öl in den Atlantik gab es den Angaben zufolge zunächst nicht. Der Sicherheitschef der Plattform AM-2 habe erklärt, dass die Bohrstelle rechtzeitig gesichert worden sei, die 15 Kilometer vom Festland entfernt liegt, erklärte die Marine. Sipetrol ist eine Tochter des staatlichen chilenischen Ölkonzerns ENAP, der rund um den Globus Öl fördert.
EU begrüßt Kosovo-Resolution
Auf Druck der EU hat Serbien seinen umstrittenen Entwurf einer Kosovo-Resolution für die UN abgeschwächt. „Dieser Entwurf wird nun von 28 europäischen Staaten unterstützt. Alle 27 EU-Staaten und Serbien stehen hinter dem Entwurf”, ließ die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton in Brüssel mitteilen. Die UN-Vollversammlung solle darüber am Donnerstag abstimmen.
Kinderarbeit in Brasilien rückläufig
Trotz rückläufiger Tendenz müssen in Brasilien noch immer mehr als vier Millionen Kinder und Jugendliche arbeiten. Nach einer vom amtlichen Amt für Geografie und Statistik (IBGE) vorgelegten Studie waren im vergangenen Jahr 9,8 Prozent der Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 17 Jahren davon betroffen. In absoluten Zahlen sind das rund 4,2 Millionen (2008: 4,4 Millionen, 2004: 5,3 Millionen). Vor allem im ärmlichen Nordosten haben Kinder oder Heranwachsende oft keine andere Wahl, als arbeiten zu gehen. Mädchen arbeiten meist als Haushaltshilfen, Jungen in der Landwirtschaft. In der Gruppe der arbeitenden Kinder waren 123 000 fünf bis neun Jahre und 785 000 zehn bis 13 Jahre alt. Der durchschnittliche Monatsverdienst lag laut IBGE bei umgerechnet rund 120 Euro.
US-Wirtschaftswachstum verliert an Fahrt
In dem USA mehren sich die Zeichen, dass die Wirtschaftserholung auf schwachen Beinen steht. In fünf von zwölf Regionen, die die US-Notenbank untersucht hat, waren die Konjunkturindikatoren gemischt oder rückläufig: New York, Philadelphia, Richmond, Atlanta und Chicago. In den anderen sieben Regionen wurde die Entwicklung in dem vorgelegten Bericht als moderat oder positiv gerichtet beschreiben. In der vorigen Umfrage von Ende Juli waren nur zwei Regionen – Atlanta und Chicago – auf der Negativliste. Auch wenn die US-Wirtschaft im Spätsommer immer noch wachse, gebe es „verbreitete Anzeichen für ein Abbremsen“ der Konjunkturentwicklung, erklärte die Fed.