Giftpilze: Familie in Lebensgefahr
Eine Familie aus Magdeburg hat sich beim Essen selbst gesammelter Pilze teils lebensbedrohliche Vergiftungen zugezogen. Fünf Familienmitglieder, darunter ein vierjähriges Mädchen, kamen in zwei Magdeburger Krankenhäuser, weil sie den hochgiftigen Grünen Knollenblätterpilz auf dem Teller hatten. Während das Kind nach Angaben einer Sprecherin des Städtischen Klinikums entlassen werden konnte, ist der Zustand der übrigen Patienten weiter ernst. Die Familie hatte die Pilze nach einem Bericht der „Magdeburger Volksstimme” am Wochenende gesammelt. Der Knollenblätterpilz wird oft mit dem Champignon verwechselt.
Proteste gegen Sarrazin-Lesung
Ein Bündnis linker Gruppen will gegen die Lesung von Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin (SPD) an diesem Donnerstag im Potsdamer Nikolaisaal lautstark protestieren. Unter dem Motto „Keine Toleranz für Rassisten” sei vor dem Veranstaltungsort in der Innenstadt eine Kundgebung mit über 100 Teilnehmern angemeldet, sagte Polizeisprecher Mario Heinemann. Sarrazins Auftritt im Nikolaisaal ist der Auftakt seiner bundesweiten Lesereise mit seinem Buch „Deutschland schafft sich ab”. Wegen seiner Thesen über Einwanderer steht der ehemalige Berliner Finanzsenator im Kreuzfeuer der Kritik. Ursprünglich sollte die Lesereise in einer Buchhandlung in Hildesheim starten. Der dortige Buchhändler sagte die Veranstaltung jedoch aus Sicherheitsgründen ab. Die Polizei in Potsdam wird Sarrazins Lesestunde notfalls mit Straßensperrungen schützen. „Wir bereiten einen Polizeieinsatz vor, der angemessen sein wird”, sagte Sprecher Heinemann.
Brutaler Überfall in Rostock
Vier Täter haben einen Mann an einem Rostocker S- Bahnhof überfallen, brutal geschlagen und schwer verletzt. Die mutmaßlichen Schläger - darunter zwei 14 und 16 Jahre alte Jugendliche - sprangen auf dem Brustkorb des Opfers herum, wie die Polizei mitteilte. Zunächst hätten die Täter den Mann von seinem Rad in ein Gebüsch gezerrt. Nach dem Überfall verschwanden die Schläger mit dem Fahrrad, den Schuhen und dem Handy ihres Opfers. Der 14- und der 16-Jährige wurden festgenommen, Zeugen hatten Hinweise auf sie gegeben. Ein weiterer, 32 Jahre alte Verdächtiger, hatte am Tatort seinen Rucksack liegen gelassen und konnte so identifiziert werden. Nach ihm und dem vierten Täter wird noch gefahndet.
Konjunkturprognose angehoben
Das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) hat seine Wachstumsprognose für Deutschland in diesem Jahr kräftig angehoben. Die deutsche Wirtschaft dürfte im laufenden Jahr um 3,4 Prozent wachsen, teilte das HWWI in Hamburg mit. Im Juni waren die Forscher noch von einem Wachstum um lediglich 1,5 Prozent ausgegangen. Auch für das kommende Jahr wurde die Prognose erhöht. Nach einem bislang veranschlagten Wachstum von 1,6 Prozent rechnet das HWWI nun für 2011 mit einem Zuwachs um 2,5 Prozent. Das Institut begründet die Korrekturen vor allem mit dem starken Wachstum im zweiten Quartal, als die deutsche Wirtschaft mit einem Rekordwert von 2,2 Prozent gewachsen war. „Mit dem Wachstumssprung in der ersten Jahreshälfte hat die Wirtschaft nahezu zwei Drittel des Rückgangs in der Krise aufgeholt”, schreibt das HWWI. Die Rückkehr der Wirtschaftsleistung auf das Vorkrisenniveau könne bereits im kommenden Jahr erreicht werden. Gleichwohl sehen die Forscher auch Risiken für das Wachstum, etwa in den angeschlagenen Staatsfinanzen im Euroraum sowie der schwächelnden Konjunktur in den USA und Japan.
Goll nennt Sarrazin „Rattenfänger”
Baden-Württembergs Justizminister Ulrich Goll (FDP) hat Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin wegen dessen Thesen über integrationsunwillige Ausländer als „Rattenfänger” bezeichnet. Dass viele Einwanderer von Hartz IV leben, habe man auch schon gewusst, bevor Sarrazin dies geäußert hat. „Dafür muss ich aber keine fragwürdigen Thesen über vererbbare Intelligenz aufstellen”, sagte der Integrationsbeauftragter des Landes in Stuttgart. Sarrazins Buch enthalte „den einen oder anderen gefährlichen Irrtum”. Zwar müsse das SPD-Mitglied das Recht haben, seine Meinung zu äußern. Aber: „Ich glaube, der Herr Sarrazin hat noch nicht gemerkt, dass er nicht mehr Politiker ist.”
Athina Onassis verkauft Insel
Athina Onassis (25), die Enkelin des griechischen Großreeders Aristoteles Onassis und damit Milliarden-Erbin, soll nach langer Suche einen Käufer für die Familieninsel Skorpios gefunden haben: den italienischen Modedesigner Giorgio Armani (76). Das berichtete das griechische Fernsehen. Das etwa 0,8 Quadratkilometer große Eiland im Ionischen Meer war seit einem Jahr im Angebot. Welchen Preis Armani zahlen wird, wurde zunächst nicht bekannt. Mehrere Käufer, darunter reiche Araber aber auch Microsoft-Gründer Bill Gates, sollen die Insel in den vergangenen Monaten besichtigt haben. Die Unterhaltungskosten für die Insel betragen jährlich etwa 1,5 Millionen Euro. Auf ihr befinden sich die Gräber des legendären Reeders Aristoteles Onassis (1906 bis 1975) und seiner Familie.
Tui erhebt erhöhte Ticketabgabe
Der größte deutsche Reiseveranstalter Tui erhebt ab sofort für alle Flüge ab dem 1. Januar 2011 eine Ticketabgabe je nach Länge des Fluges von 10, 28 oder 50 Euro. Nach dem Kabinettsbeschluss zur Besteuerung des Luftverkehrs sehe sich Tui Deutschland gezwungen, die daraus resultierenden höheren Kosten an die Kunden weiterzugeben, teilte der Veranstalter in Hannover mit. Die gegenüber dem Gesetzentwurf höheren Beträge begründet Tui mit massivem Mehraufwand bei der Verwaltung. Außerdem müssten die Provisionen der Reisebüros berücksichtigt werden. Nach den Regierungsplänen sollen bei Inlandsflüge und europäischen Kurzstrecken 8 Euro, bei Mittelstreckenzielen 25 Euro und für alle weiter entfernten Ziele und Fernreisen 45 Euro zusätzlich an den Fiskus abgeführt werden.
Israel erneut beschossen
Israel ist erneut vom Gazastreifen aus mit einer Rakete beschossen worden. Nach Angaben der israelischen Armee wurde dabei niemand verletzt. Die Rakete sei in ein Feld nahe der Stadt Sderot im Süden des Landes eingeschlagen. Es war die zweite vom Gazastreifen aus auf Israel abgefeuerte Rakete binnen 24 Stunden. Seit der Wiederaufnahme direkter Friedensgespräche zwischen Israelis und Palästinensern am Donnerstag vergangener Woche in Washington hat der Raketenbeschuss aus dem von der radikalislamischen Hamas-Organisation kontrollierten Palästinensergebiet wieder zugenommen. Israel hatte am Samstag reagiert und Ziele im Gazastreifen bombardiert.
EU-Parlament: Keine Präsenzkontrollen
Nach heftigen Protesten vieler Abgeordneter hat das Europaparlament auf eine ursprünglich geplante Präsenzkontrolle verzichtet. Es solle nun zunächst über andere Mittel nachgedacht werden, um die Anwesenheitsquote bei Debatten zu verbessern, teilte Parlamentspräsident Jerzy Buzek den EU-Volksvertretern in Straßburg mit. Die Kontrolle war für eine Debatte mit dem EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso vorgesehen, der am Dienstag vor dem Plenum erstmals eine Rede „zur Lage der Europäischen Union” hielt. Die Fraktionschefs wollten sicherstellen, dass Barroso nicht vor weitgehend leeren Bänken sprechen musste. Dazu sollten die Abgeordneten während der Rede und der anschließenden Debatte drei Mal aufgefordert werden, per Knopfdruck ihre Präsenz anzuzeigen. Parlamentariern, die durch Abwesenheit glänzten, sollte ein Teil ihrer Spesenpauschale von 298 Euros pro Tag abgezogen werden. Diese Pläne hatten im Parlament für erheblichen Unmut gesorgt. In der Nacht zum Dienstag machte das Präsidium daher einen Rückzieher und verzichtete auf die geplante Sanktion.
Frankreich: Streiks gegen Rentenreform
Massive Streiks aus Protest gegen die geplante Rentenreform haben am Dienstag in Frankreich zu erheblichen Behinderungen geführt. In Paris fielen zahlreiche Metros und Vorortzüge aus. Etwa ein Viertel aller Flüge von und nach Paris sollte gestrichen werden. Auf der Verbindung von Paris nach Brüssel und Köln soll jeder fünfte Schnellzug ausfallen. Gewerkschaften hoffen auf bis zu zwei Millionen Teilnehmer an knapp 200 Demonstrationen im ganzen Land. Am Nachmittag will Arbeitsminister Eric Woerth die Rentenreform in der Nationalversammlung vorstellen. Sie sieht unter anderem die Anhebung des Mindestalters für die Rente von 60 auf 62 Jahre vor. Die Regierung will die Reform im Schnellverfahren durchziehen und bereits im Oktober verabschieden. Präsident Nicolas Sarkozy hat die Reform zum wichtigsten Projekt seiner verbleibenden Amtszeit erklärt.
Afghanistan: Gouverneur getötet
Bei einem Taliban-Anschlag im nordafghanischen Verantwortungsbereich der Bundeswehr ist ein Distrikt-Gouverneur getötet worden. Provinzgouverneur Munschi Abdul Madschid sagte, der Gouverneur des Distrikts Nahrin, Ahmad Seroor, und sein Leibwächter seien am Vorabend mit ihrem Fahrzeug in einem Hinterhalt der Taliban ums Leben gekommen. Die Taliban bekannten sich zu dem Angriff im Distrikt Baghlan-e-Markasi. In diesem Distrikt, der an die Unruheprovinz Kundus angrenzt, waren Mitte April vier deutsche Soldaten bei Gefechten mit den Aufständischen getötet worden. Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hatte Ende August Bundeswehr-Soldaten in Baghlan besucht. Es war die erste Visite eines hochrangigen Politikers bei deutschen Truppen im Kampfgebiet in Afghanistan.
Wirbelsturm erreicht Mexiko
Der Tropensturm „Hermine” ist in der Nacht an der Golfküste im Norden Mexikos nahe der Grenze zu den USA auf das Festland gestoßen. Der Wirbelsturm hatte sich über dem Meer leicht verstärkt und entwickelte Windgeschwindigkeiten von 95 Kilometern pro Stunde. Nach Berechnungen der Meteorologen des US-Hurrikanzentrums in Miami schob er sich mit rund 22 Stundenkilometern auf den US-Staat Texas zu. Die mexikanischen Behörden hatten vorsorglich rund 3000 Einwohner aus gefährdeten Regionen in Sicherheit gebracht. Die Meteorologen erwarteten, dass sich der Wirbelsturm über dem Land rasch abschwächen werde. Sie warnten aber vor den Regenfällen, die in den Bergen Erdrutsche und in den Niederungen Überschwemmungen verursachen könnten.
Nordkorea bittet um Hilfe
Nordkorea hat ungeachtet der politischen Spannungen zwischen beiden Staaten den Süden nach schweren Überschwemmungen um Unterstützung gebeten. Pjöngjang habe nach einer Schiffsladung Reis, Zement und schwerem Gerät gefragt, erklärte das Vereinigungsministerium in Seoul. Das südkoreanische Rote Kreuz hatte vergangene Woche die Lieferung von Medikamenten, Lebensmitteln und anderen Dingen für den täglichen Bedarf im Wert von umgerechnet 6,6 Millionen Euro angeboten. Der Norden habe daraufhin konkrete Wünsche für den notwendigen Wiederaufbau geäußert, erklärte das Ministerium. Im August waren durch einen über die Ufer tretenden Fluss im Nordwesten Nordkoreas Felder und Wohnhäuser überflutet worden. Staatliche Medien berichteten, die Region sei schwer getroffen worden, das Ausmaß der Schäden ist aber nicht genau bekannt. Beobachter fürchten, dass das Hochwasser die Lebensmittelknappheit in dem kommunistischen Staat weiter verschärft. Das Rote Kreuz erklärte, die Unterstützung des Nachbarn werde größtenteils von der südkoreanischen Regierung finanziert.
Bayern: Frau stirbt bei Feuer
Bei einem Wohnungsbrand ist am Dienstagmorgen eine 75 Jahre alte Frau in Pressig (Bayern) ums Leben gekommen. Wie die Polizei in Bayreuth mitteilte, war das Feuer aus noch ungeklärter Ursache in den frühen Morgenstunden in dem Wohnzimmer der Frau ausgebrochen. Ein Zeitungsausträger bemerkte Rauch im ersten Stock des Mehrfamilienhauses und alarmierte die Einsatzkräfte. Nachbarn wurden nicht verletzt. Es entstand ein Sachschaden von mehreren zehntausend Euro.
Razzia gegen Neonazis
Das Bundesinnenministerium geht gegen die neonazistische „Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene und deren Angehörige e.V.” (HNG) vor: Am Morgen wurden nach dpa-Informationen Räume der bundesweit agierenden Organisation in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg durchsucht. Bundesweit sollten weitere Wohnungen und Büros führender Mitglieder unter die Lupe genommen werden wie in Berlin, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Laut Innenministerium in Berlin besteht der Verdacht, dass die Zwecke des Vereins und seine Tätigkeit den Strafgesetzen zuwiderlaufen und dass er sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung richtet. Die zentral geführte HNG wurde 1979 gegründet und ist mit rund 600 Mitgliedern die größte neonazistische Organisation in Deutschland. I
Sumatra: Neuer Vulkanausbruch
Der Vulkan Mount Sinabung auf der indonesischen Insel Sumatra ist zum vierten Mal in gut einer Woche ausgebrochen. Dicker schwarzer Rauch stieg am Dienstag rund 5000 Meter hoch in den Himmel, berichteten Behördenvertreter. Vulkanasche sei auf die Umgebung geregnet. Mehr als 23 000 Anwohner konnten deswegen nicht nach Hause zurückkehren. Der Mount Sinabung war am 29. August erstmalig nach rund 400 Jahren ausgebrochen.
Stadtwerke befürchten Mrd.-Verluste
Durch die Einigung auf längere Laufzeiten für Atomkraftwerke erwarten die Stadtwerke massive Einbußen und fordern deshalb Entschädigungen. Der Kompromiss werde die städtischen Versorger mit 4,5 Milliarden Euro belasten, sagte der Vorsitzende der Stadtwerkevereinigung 8KU, Albert Filbert. „Unsere Investitionen in Kraftwerke sind im Glauben auf politische Verlässlichkeit geschehen”, sagte Stadtwerkevertreter Filbert der „Berliner Zeitung”. Die Auslastung des Kraftwerksparks der städtischen Unternehmen sinke durch die längeren Laufzeiten deutlich. „Die Entscheidung entzieht auch allen zukünftigen Investitionen in Kraftwerke die Grundlage”, sagte Filbert. Bis 2030 sei soviel Erzeugungskapazität vorhanden, dass es keine neuen Bauvorhaben geben werde. „Der Wettbewerb ist damit quasi tot.”
Neuseeland: Viele Nachbeben
Drei Tage nach dem Erdbeben der Stärke 7,1 ist die neuseeländische Stadt Christchurch in der Nacht von rund 20 teils schweren Nachbeben erschüttert worden. Experten warnten vor einem weiteren heftigen Erdstoß in den nächsten Tagen. Die Nachbeben würden vermutlich noch wochenlang anhalten, sagte Ken Gledhill vom geologischen Dienst GNS. Außerdem müssten sich die Menschen auf ein mögliches Beben der Stärke 6 einstellen Zwei der Erdstöße in der Nacht erreichten die Stärke 5,4, insgesamt gab es mittlerweile mehr als 100 Nachbeben. Die Innenstadt von Christchurch blieb am Dienstag weitgehend abgeriegelt. Ministerpräsident John Key sagte einen geplanten neuntägigen Besuch in Großbritannien und Frankreich ab. Das Beben der Stärke 7,1 hatte am Samstag in der größten Stadt auf der Südinsel mindestens 500 Gebäude so stark beschädigt, dass sie abgerissen werden müssen. Ministerpräsident Key schätzt die Schäden auf umgerechnet mehr als eine Milliarde Euro.
Stuttgart 21: Baumhaus geräumt
Die Polizei hat in der Nacht ein von Gegnern des umstrittenen Bauprojekts Stuttgart 21 seit Freitag besetztes Baumhaus im Mittleren Schlossgarten geräumt. Rund 100 Demonstranten eilten den Besetzern zur Hilfe, einige bildeten nach Polizeiangaben zeitweise eine Sitzblockade um den Baum herum. Elf Demonstranten wurden von Einsatzkräften weggetragen. Die Aktivisten in der Krone sollen sich der Sprecherin der Umweltorganisation Robin Wood, Kei Andrews, zufolge auch an den Baum gekettet haben. Nur wenige Stunden zuvor hatte bereits das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 überraschend das für Freitag geplante Spitzengespräch über das Milliardenprojekt am Hauptbahnhof platzen lassen. Begründet wurde der Schritt damit, dass es keinen sofortigen Baustopp am Hauptbahnhof geben werde. Der Sprecher der sogenannten Parkschützer, Matthias von Herrmann, kündigte zudem eine härtere Gangart an. Man werde noch mehr Aktionen starten, bei der sich Demonstranten anketten, um die Bauarbeiten zu behindern, sagte er der Nachrichtenagentur dpa.
Sohn befürchtet Steinigung von Iranerin
Die Steinigung der im Iran zum Tode verurteilten Sakine Mohammadi Aschtiani steht womöglich unmittelbar bevor. Ihr Sohn Sajjad sagte am Montag in einer Telefonschaltung nach Paris, er fürchte, seine Mutter werde nach dem Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan hingerichtet, der gegen Ende der Woche vorbei ist. Dagegen sagte Italiens Außenminister Franco Frattini, die iranischen Behörden hätten noch keine Entscheidung gefällt. Er habe seit Mitte August keinen Kontakt mehr mit seiner Mutter aufnehmen können, sagte Sajjad. Er habe aber gehört, dass sie bereits 99 Peitschenhiebe erhalten habe. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International wurde Sakine Mohammadi Aschtiani wegen einer „unrechtmäßigen Beziehung” zu zwei Männern nach dem Tod ihres Ehemanns zum Tode verurteilt. Iranischen Angaben zufolge wurde die Frau im Jahr 2006 wegen Ehebruchs und Verwicklung in den „Mord” an ihrem Ehemann verurteilt.